12. Dezember 2020


Die Abenteuer der kleinen Stallmaus

Eine kleine Maus lebte lange Zeit im Stall mit den anderen Tieren. Da waren die zwei Ponys Momo und Serafino, die Kühe Anna, Beauty und Vicky, sowie die zwei Hängebauchschweine Natascha und Fritz.
Die zwei Hängebauchschweine grunzten den ganzen Tag zufrieden und machten sich sofort über ihr Futter her, kaum dass Petra es in den Fresstrog gekippt hatte.

Manchmal kam auch der fette Kater Leo mit in den Stall, dann versteckte sich die Maus immer im Stroh bei den Ponys und Esel, von denen hatte der fette Kater Angst und machte einen grossen Bogen um Beide. Einmal hatte es die Maus aber nicht rechtzeitig geschafft und der fette Kater stand genau zwischen ihr und der Pferdebox. Noch hatte er sie nicht bemerkt. In Ihrer grossen Angst springt die kleine Maus in den Korb mit Kartoffeln die Petra abgestellt hatte und verkriecht sich da in die äusserste Ecke. Petra kippt die Kartoffeln aus, die Maus klammert sich im Korbgeflecht fest. Jetzt tut Petra Holzscheite in den Korb. Die Maus hat es nicht mehr rechtzeitig hinaus geschafft und zieht gerade noch rechtzeitig den Kopf ein um nicht von einem Holzscheit erschlagen zu werden. Das Herz der kleinen Maus klopft heftig als Petra den Korb mit dem Holz anhebt und ins Haus trägt. Hier stapelt sie das Holz neben dem alten Ofen. Die Maus bleibt unbemerkt. Sie klettert bis zum Korbrand und sieht den Kater schlafend auf einem Stuhl in der Nähe des Ofens liegen. Sie klettert hinaus und sucht sich ein sicheres Versteck in der schmalen Nische zwischen Küchenschrank und Wand. Hier passt der fette Kater nicht rein. Petra schleppt einen prächtigen Weihnachtsbaum in die grosse Wohnküche und stellt sie auf. Sie hängt silberne Kugeln, silbernes Stroh und andere Dinge an den Baum. Dann kommen noch Lichter drauf. Die Maus staunt und bekommt ganz grosse Augen. So etwas hat sie noch nie gesehen. Wenn sie das den anderen Tieren im Stall erzählen würde, die würden Augen machen. Jetzt legt Petra auch noch bunt eingewickelte Pakete unter den Baum. Der Kater ist auf den Hof gegangen. Die kleine Maus ist neugierig was wohl in den bunten Päckchen ist. Sie verlässt ihr Versteck und huscht rüber unter den Baum. Sie nagt ein klitzekleines Loch in eines der bunten Pakete und drängelt sich hinein. Puh ist das dunkel hier drin.

Bevor sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnen können, hört sie Stimmen. Die Stimmen sind ihr bekannt. Es ist die ganze Familie von Petra, mit Eltern, Geschwistern und deren Kinder Nick, Tim, Michelle und Isabelle. Sie kommen auch ab und zu in den Stall und bringen Äpfel und Karotten für die Ponys und Esel, wenn denen beim Kauen etwas herunterfällt macht sich die Maus über die Leckereien her. Petra fordert alle Kinder auf unter dem geschmückten Baum ihr Geschenk zu suchen. Die Kinder stürzen sich auf die Geschenke. Die Maus hat es nicht mehr rechtzeitig aus dem Karton geschafft und wird erstmal kräftig durchgeschüttelt. Dann geht alles ganz schnell. Das Geschenk wird aufgerissen, die kleine Hand von Michelle greift die Maus und sie ruft freudenstrahlend: «Oh ihr habt mir eine richtige Maus geschenkt!» Das Paket mit dem Plüschpferd fliegt in die Ecke, trifft beinahe den fetten Kater, der sich gerade noch in die Fensterbank flüchten kann und von wo aus er die Maus anstarrt. Die Erwachsenen tauschen einen fragenden Blick. Die Maus kann sich aus Michelles Hand befreien, krabbelt blitzschnell an ihr runter und verschwindet im Korb in den Petra kurz vorher Äpfel und Karotten gelegt hat.

Petra hat die Maus beobachtet und sagte zu allen Anwesenden: «Ich bringe erst mal den Tieren ihre Geschenke!», nimmt den Korb und geht in den Stall. Kaum hat sie den Korb abgestellt, springt die Maus heraus und rennt unters Stroh zu den Ponys und Esel. Petra legt den Ponys und Esel Äpfel und Karotten in die Futterraufen, einen kleinen Apfel und eine kleine Karotte legt sie ins Stroh, dann gibt sie noch den Kühen und Hängebauchschweinen etwas und ruft: «Frohes Fest Tiere!» und geht fröhlich wieder ins Haus zu den Anderen.

Eine Weihnachtsgeschichte, abgeändert aus «Weihnachtsgeschichten mit Happy End zum Vorlesen oder selber lesen» von Sabine Mook